Bewässerungsanlage - Systemauswahl

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Auswahl des passenden Gießsystems

Am Anfang sind grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Soll es eine Tropf- oder eine Sprühbewässerung werden? Wie gelange ich zu einer möglichst kompletten Stückliste? Was ist bei der Rohrverlegung zu beachten?

Hier finden Sie die Antworten auf die eben gestellten Fragen.

Tropfbewässerung vs. Sprühbewässerung

Im Allgemeinen gibt es zwei verschiedene Gießprinzipien. Das ist die Tropfbewässerung und die Sprühbewässerung.

Bei einer Tropfbewässerung wird permanent Wasser in kleinsten Mengen zugeführt. Dadurch kann das Wasser sehr zielgerichtet und sparsam eingesetzt werden. Die Verlegung ist sehr einfach. Als Nachteil sehe ich - zumindest wenn man das Wasser aus einer Zisterne bezieht - dass die Tauchpumpe permanent laufen muss, um den Druck in den Schläuchen aufrecht zu erhalten. Auf Grund des daraus zu erwartenden erhöhten Stromverbrauches habe ich mich gegen eine Tropfbewässerung entschieden.

Bei einer Sprühbewässerung hingegen wird zu einem Zeitpunkt x die Anlage eingeschaltet und versorgt über einen festgelegten Zeitraum die Pflanzen mit Wasser. Die Installation erfordert mehr Aufwand, da die Düsen individuell eingestellt werden müssen. Über Sprühwinkel und Intensität muss man selbst dafür sorgen, dass die Wasserdosis pro Pflanze korrekt ist. In Summe sind das aber alles Herausforderungen, die vom Hobby-Heimwerker zu bewältigen sind. Bei einer Sprühbewässerung hatte ich zwar die Befürchtung, dass die Düsen ständig verstopft sind. Zumal das Zisternenwasser jetzt kein reiner Gebirgsquell, sondern eher das Waschwasser vom Haus- und Garagendach ist. Nach einem Sommer im Einsatz kann ich allerdings feststellen, dass die Düsen sehr selten verstopft waren.

Mit den letzten Sätzen habe ich bereits durchblicken lassen, dass ich mich für eine Sprühbewässerung entschieden habe, wobei ich hier keinen Glaubenskrieg entfachen möchte. Nach intensiven Googeln, lesen in Foren etc. habe ich das Bewässerungssystem von Regenmeister gewählt.


Detailplanung der Bewässerungsanlage

Nach der Festlegung auf das Bewässerungssystem war eine detaillierte Planung notwendig, z.B. die Festlegung: Will ich alles auf einmal gießen oder das System in mehrere Gießstränge aufteilen? Letztendlich hatte ich mich unter Berücksichtigung der Fördermenge der Pumpe (Wasserdruck), der Anzahl und Größe der geplanten Sprühdüsen (Entscheidungstabelle von Regenmeister), den örtlichen Gegebenheiten und einem persönlichen Angstfaktor für vier Stränge entschieden. Für die Gartenrabatte habe ich zwei Stränge vorgesehen, die jeweils in etwa die Hälfte der Strecke abdecken, der dritte Strang ist für die Terrassentöpfe und naheliegende Bepflanzungen vorgesehen und an dem vierten Strang ist einfach nur ein Schlauch angeschlossen, über den flexibel Wasser entnommen werden kann. Als Rückfallposition habe ich auch noch die Speisung mit Leitungswasser vorgesehen, die ich aber aus bereits erläuterten Gründen eigentlich nicht nutzen möchte.

Aus diesen Festlegungen und der Position der vorhandenen Stromversorgung hat sich quasi auch die Position des Ventilkastens und der Verlauf der unterirdischen Rohre ergeben. Eine Skizze ist hier ganz hilfreich. Schließlich muss am Ende ein Mengengerüst zusammengestellt werden.


Auswahl der Rohre, Ventile und der restlichen Hardware

Nun ging es an die konkrete Hardware. Auch hier waren wieder intensive Recherchen nötig. Es gibt verschiedene Ventilhersteller. Die Bekanntesten sind Gardena, Hunter und Rainbird. Letztendlich habe ich mich aus dem Bauch heraus für Rainbird entschieden. Sie hatten im Netz durchweg positive Bewertungen, die eingebaute Filtermembran lässt sich einfach reinigen, ohne die Ventile zerlegen zu müssen und der Preis war auch akzeptabel. Bis jetzt habe ich meine Entscheidung nicht bereut.

Direkt auf der Rabatte war durch die Entscheidung für das System von Regenmeister auch die Verwendung der Rohre dieses Anbieters gegeben. Die Dosierstücke mit den Sprühdüsen werden direkt in die Rohre geschraubt, so dass man in diesem Bereich schon die dazugehörigen Rohre verwenden sollte. Mit den angebotenen Starter-Sets hat man genügend Teile, um loslegen zu können. Falls doch mehr Teile benötigt werden, kann man problemlos nachbestellen.

Bei der unterirdischen Verrohrung habe ich mich für das Gardena-System entschieden. Hier hat mich die einfache Handhabung der Verbinder überzeugt. Die Regenmeister-Verbinder sind deutlich schwerer zu handhaben. Ich bemerkte allerdings erst beim Zusammenbau, dass Gardena und Regenmeister bei den Rohren zwar die gleichen Durchmesser angeben (25mm), sich aber trotzdem minimal unterscheiden. So musste ich mit etwas Vulkanisierband nachhelfen, um an den Übergängen von den Gardena- zu den Regenmeister-Rohren das System dicht zu bekommen.

Als grobe Orientierung hier meine „Hardware“-Stückliste:

  • 1 x Rainbird Ventilkasten Standard eckig VB-STD-H 59x49x30,7cm
  • 1 x TAVLIT PP Swivel Verbinder Verschraubung 1" Multi-T-Verteiler 4-fach
  • 2 x Absperrventil 1" mit einem Innen- und einem Außengewinde
    (1x für Zuleitung aus Zisterne, 1x aus Richtung Wasserhahnanschluß)
  • 4 x Rainbird Ventil 100-DV-MM Elektromagnetventil DV 1" AG 24V
  • 3 x Gardena Verbinder 25 mm x 3/4 Zoll-Innengewinde (für Ventilanschluß)
  • 25 m Gardena Verlegerohr 25mm
  • 5 x Gardena Rohrverbinder L-Stück
  • 7 m Gartenschlauch 1"
    (für flexible Entnahmestelle und Wasserhahnanschluß)
  • 3 x Schlauchanschluss 1" mit Schelle
  • 1 x TAVLIT Endkappe 1" Innengewinde
  • 2 x Regenmeister Startset Standard
  • 1 x Regenmeister Startset Topfbewässerung

Die Verrohrung der Bewässerungsanlage

Nach so viel Denkarbeit war es an der Zeit, sich körperlich zu betätigen. Zuerst wurde das Loch für den Ventilkasten ausgehoben und daran anschließend die Kanäle für die unterirdische Verrohrung. Die Grasnarbe hatte ich sorgsam entfernt und die ausgestochenen Teile in gleicher Reihenfolge seitlich gelagert. Somit konnten die Teile am Ende passgenau wieder eingesetzt werden und jetzt - nach einem Jahr - sind die betroffenen Stellen nicht mehr sichtbar.

Durch die Höhe der vorgestanzten Öffnungen im Ventilkasten war auch die Verlegehöhe der unterirdischen Verrohrung gegeben. Das waren in etwa 1,5 bis 2 Spatentiefen. Bezüglich Frostschäden hatte ich keine Bedenken. Im ausgeschalteten Zustand ist auf der Anlage kein Druck, so dass bei evtl. tiefem Bodenfrost das Restwasser genügend Platz zur Ausdehnung hat und keine Schäden zu erwarten sind.

Die Regenmeister-Rohre (auf der Rabatte) hatte ich nur minimal mit Erde und vorhandenem Piniendekor überdeckt, damit sie nicht so deutlich sichtbar sind. Schließlich werden die Düsen direkt in das Rohr geschraubt, so dass man sie gar nicht so tief verlegen kann. Eine tiefere Verlegung wäre auch stellenweise nicht möglich gewesen, da hierfür größere Wurzeln hätten durchtrennt werden müssen. Auch hier sehe ich weder Frostschäden noch Alterungserscheinungen bezüglich UV-Strahlung. Um die Terrasse herum habe ich das Rohr aus optischen Gründen ganz flach unter der Erde verlegt, damit es einfach erreichbar ist, um die Topfbewässerungen anschließen zu können.

Ein zusätzlicher kleiner Kanal war auch in Richtung Zisterne nötig, um das Kabel für den Ultraschallsensor (Füllstandsmessung) zu verlegen. Dies gehört aber in die Rubrik „Steuerung“, über die ich im Folgenden schreiben werde.


Die Außenarbeiten in Bildern


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